[Zurück zum
Forschungsbericht]

Inszenierung des ‚Germanischen’ im Neuheidentum der Gegenwart

Projektbeschreibung:
Innerhalb der naturreligiösen Bewegung in Europa und Amerika finden sich neben Hexenzirkeln, keltischen Druidenorden und schamanisch Praktizierenden auch (Neu)Heiden, die sich selbst als Ausübende einer archaischen, erdverbundenen Religion verstehen. Nordischer Polytheismus, Runenmagie und die kultische Begehung der kosmischen Jahrkreisfeste (Sonnenwenden) bilden Kernkonzepte ihrer Glaubenswelt. Auf Grund der historischen Rolle germanophiler Esoterikgruppen im Vorfeld des Nationalsozialismus, wird heute jedes Bekenntnis zu germanischgläubigen (Neu)Heidentum (bzw. Ásatrú) pauschal als deviant gewertet. Daher wurde über die vielfältigen Deutungen und Inszenierungsformen des ‚Germanischen’ im gegenwärtigen (Neu)Heidentum bislang relativ wenig geforscht. Dieses Projekt soll eine differenzierte Religionsethnographie der germanischgläubigen Neuheidenszene im deutschsprachigen Raum auf der Basis qualitativer Daten formulieren und dadurch einen Beitrag zum besseren Verständnis der verschiedenen Strömungen dieser religiösen Bewegung leisten. Dazu wird die Vielfalt germanischgläubiger Selbst- und Weltbilder in Leitfadeninterviews erhoben und die Frage nach der Einbindung (neu)heidnischer Spiritualität in die individuelle Lebensführung gestellt. Rituelle Praktiken im Rahmen religiöser Zeremonien sollen bei verschiedenen Gruppen des Spektrums beobachtet und einem Vergleich unterzogen werden. Dadurch kann unter anderem eine Antwort auf die Frage gegeben werden, ob und in wiefern die heutigen „germanisch-heidnischen“ Gruppen tatsächlich einen Ausdruck völkischer Religiosität repräsentieren bzw. an welchen Punkten sich das Verständnis des „Germanischen“ in heutigen Gruppen von dem ihrer historischen Vorläufern unterscheidet.

Weitere Informationen: http://www.igpp.de/german/eks/Forschungsprojekte/neuheiden.htm
Ansprechpartner: Gründer, Rene
Projektlaufzeit:
Projektbeginn: 01.10.2006
Projektende: 30.09.2009
Projektleitung:
Schetsche, Michael

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Kooperationspartner
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V., Freiburg
Aktueller Forschungsbericht