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Forschungsbericht]

Einfluss des Schlafverhaltens auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen

Projektbeschreibung:
Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass experimentell induzierter Schlafmangel beim Menschen zu einer signifikanten Verminderung prozeduraler und deklarativer Gedächtnis-konsolidierung führt. Es ist jedoch unklar, inwieweit eine unter das physiologische Maß ver-kuerzte Schlafdauer alltägliche Lernleistungen, z.B. bei Jugendlichen, beeinträchtigt. Studien zum Schlafverhalten von Kindern und Jugendlichen haben ergeben, dass insbeson-dere in der Pubertät Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus auftreten und in Folge des-sen bei einem Teil der Jugendlichen ein Schlafmangelzustand besteht. Im Rahmen des vor-liegenden Antrages soll zunächst eine Erfassung des Schlafverhaltens von ca. 1000 12-19jährigen Schüler durchgeführt werden. Im zweiten Teil soll die Hypothese überprüft wer-den, ob eine experimentell verringerte nächtliche Schlafdauer im Vergleich mit einer Kon-trollbedingung bei Jugendlichen zu signifikanten Minderleistungen, insbesondere bei deklara-tiven Gedächtnisaufgaben, führt. Für die experimentelle Untersuchung wurde ein Design gewählt, das möglichst nah an den bereits in den U.S.A. beobachteten Schlafgewohnheiten Jugendlicher orientiert ist. 20 14-16jährige Jugendliche sollen in einem Cross-Over-Design zweimal im Abstand von ca. drei Wochen jeweils drei Nächte im Schlaflabor verbringen. Nach einer Adaptationsnacht beste-hen die folgenden Nächte entweder aus zwei Nächten mit normaler Schlafdauer (ca. 9-10h) oder aus zwei Nächten mit einer Nacht verminderter (4h) und einer darauf folgenden Nacht normaler Schlafdauer (9-10h). Vor und nach jedem Block wird die kognitive, insbesondere mnestische, Leistungsfähigkeit der Jugendlichen überprüft. Dieses Design ist so konzipiert, dass spezifisch Gedächtnis- und andere kognitive Leistungen, jedoch nicht die bereits be-kannten Folgen verminderter Vigilanz und Konzentration in Folge eines Schlafmangels ge-messen werden sollen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Erkenntnisse über Schlaf und Lernen sowie der aktuellen Diskussion über Bildungsdefizite deutscher Schüler messen wir diesen Untersuchungen eine hohe soziale und bildungspolitische Relevanz bei.

Ansprechpartner: Riemann D
Tel: 07612706919
Email: dieter.riemann@uniklinik-freiburg.de
Projektlaufzeit:
Projektbeginn: 2006
Projektende: 2007
Projektleitung:
Voderholzer U, Riemann D
Stellvertretung: Lössl B
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Finanzierung:

  • DFG ( VO 542/7-1), DFG

Schlagworte:

    Schlaf, Jugendliche, kognitive Funktion

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