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Forschungsbericht]

"Retrovirale Gentherapie humaner hämatopoietischer Stammzellen"

Projektbeschreibung:
Ein neues Verfahren zur effizienten retroviralen Transduktion und Expansion früher Vorläuferzellen der menschlichen Blutbildung mit Hilfe eines vektorhaltigen serumfreien Mediums wurde entwickelt. 22 l dieses vektorhaltigen Mediums für die Behandlung von 20 Patienten in einer klinischen Studie wurde erzeugt. Ein Protokoll für die autologe Transplantation von genmarkierten peripheren Blutstammzellen bei chronischer myeloischer Leukämie wurde entworfen und durch alle Stadien des Genehmigungsverfahrens gebracht. Das Protokoll wurde aktiviert und die Behandlung von Patienten begonnen. Wie die neuesten Daten anderer Arbeitsgruppen im Tiermodell zeigen die Ergebnisse aus der Behandlung des ersten Patienten eine effiziente Markierung der repopulierenden Stammzellen nach 30 Tagen (0,8% gesamt bei Transduktion von 9% des Transplantates). Die wissenschaftliche und klinische Nutzanwendung dieser positiven Ergebnisse soll konsequent verfolgt werden. Wissenschaftliches Arbeitsprogramm: 1. Wir haben im Rahmen eines Grundlagen-Projektes ein hochsensitives PCR-Verfahren zur simultanen Charakterisierung multipler retroviraler Integrationsstellen auf Einzelzellniveau entwickelt, das die klonale Abstammung markierter Zellen in vivo verfolgen kann. Die Anwendung dieses Verfahrens im Rahmen der vom vorliegenden Antrag getragenen klinischen Studie soll klären, ob die menschliche Blutbildung von pluripotenten Stammzellen ausgeht und wie sich die Aktivität einzelner Stammzellen im zeitlichen Verlauf verändert. 2. Wir werden versuchen, erstmalig beim Menschen immunzytologisch zu messen, in welchen Leukozytenlinien der LTR Promoter zu einer Langzeitexpression des übertragenen Genes führt. Klinisches Arbeitsprogramm: 1. Das bestehende Genmarkierungsprotokoll wird zu einer therapeutischen Genmarkierungsstudie mit einer ex vivo Kultur des gesamten Transplantates ausgebaut. 2. Ein in vivo selektionierbares retrovirales Vektorsystem unter Verwendung des Dihydrofolatreduktase (DHFR)-Genes wird entwickelt und erprobt.

Weitere Informationen: http://www.mol-med.uni-freiburg.de
Ansprechpartner: Annette Deichmann
Tel: 0761/203-9612
Email: christof.kalle@uniklinik-freiburg.de
Projektlaufzeit:
Projektbeginn: 01.04.1999
Projektende: 31.03.2003
Projektleitung:
Dr. Christoph von Kalle
Stellvertretung: Dr. Manfred Schmidt
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung (IMMZ)
Zentrum für Biochemie und Molekulare Zellforschung (ZBMZ)
Stefan-Meier-Str. 17
79104 Freiburg i. Br.

Telefon: +49-761-203-9600/9601
Fax: +49-761-203-9602
Email: christoph.peters@mol-med.uni-freiburg.de
http://www.mol-med.uni-freiburg.de
Kooperationspartner
Kohn, Los Angeles; Williams, Cincinnati; Baum, Hannover; Fischer, Paris
Finanzierung:

  • BMBF, Gentherapie 2000, BMBF

Schlagworte:

    Retrovirale Vektoren, Integrationsstellenanalyse

Projektbezogene Publikationen:

  • Glimm H, Tang P, Clark-Lewis I, von Kalle C, Eaves C: Ex vivo treatment of proliferating human cord blood stem cells with stroma-derived factor-1 enhances their ability to engraft NOD/SCID mice. Blood, 2002; 99 (9): 3454-3457.
  • Schmidt M, Zickler P, Hoffmann G, Haas S, Wissler M, Muessig A, Tisdale JF, Kuramoto K, Andrews RG, Wu T, Kiem HP, Dunbar CE, von Kalle C: Polyclonal long-term repopulating stem cell clones in a primate model. Blood, 2002; 100 (8): 2737-2743.

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